Bereit für Agil 4.0

Bereit für Agil 4.0

Entwicklungszyklen werden nicht nur immer schneller, sondern auch immer komplexer. Viele Spezialisten müssen in kurzer Zeit unzählige Schnittstellen bedienen, um an ein Ziel zu gelangen. Dabei geraten klassische Arbeits- und Managementmethoden an ihre Grenzen und hohe Kosten für Nacharbeiten sowie Vertragsstrafen können die Folge sein. Ein neues Werkzeug ist das agile Management, das eine vollkommen neuartige Arbeitswelt erschafft. Dieses muss, wie jedes andere Handwerk, erst  erlernt werden.

Wie wirkt agil?

Agiles Arbeiten fokussiert sich auf die eigentliche Tätigkeit des Einzelnen und verhindert alles Überflüssige. Zusätzlich wird das Handeln ständig auf das Ziel und die Interessen der Stakeholder ausgerichtet (Personen und Institutionen, die ein Interesse an den Arbeiten und am Ergebnis haben). Die gewonnene Zeit und Energie können so in die Lösung einer Herausforderung gesteckt werden.

Wann wirkt agil?

Viele Managementmethoden und Werkzeuge werden als Allheilmittel gepriesen. Auch Agilität ist nicht die Antwort auf alles, doch in vielen Bereichen können mit agilen Methoden erhebliche Verbesserungen erzielt werden. Am besten wirken agile Methoden in einer sich schnell verändernden Umwelt mit teilweise noch unklaren Zielvorstellungen. Sie sind also perfekt für die heutigen Herausforderungen geeignet.

Wo wirkt agil?

Zwei Komponenten sind für die Wirksamkeit einer agilen Umgebung entscheidend. Zum Ersten müssen die Beteiligten offen für die Neuerungen sein und zum Zweiten muss das Unternehmen agile Strukturen bieten und beibehalten. Einigen fällt dies leicht, anderen nicht. Als beispielhaft für eine gelungene Umsetzung agiler Methoden gilt das Unternehmen Spotify, das fast ausschließlich agil arbeitet. Selbst wenn man keine hundert Prozent der Umsetzung erreicht, kann vielleicht die eine oder andere Stellschraube mehr Halt in der Welt der neuen Herausforderungen geben.

Alles Magie?

Die einzelnen Komponenten der Agilität erscheinen häufig als zu vertraut und einfach, um wirksam sein zu können. Dies ist ein Trugschluss. Wirksame Methoden sind fast immer einfach und fast jeder kennt sie, nur wurden sie bisher nicht konsequent eingesetzt. Das Schreiben eines Artikels geht zum Beispiel deutlich einfacher von der Hand, wenn man das Mobiltelefon lautlos stellt. Solche einfachen Regeln werden während der Arbeit häufig nicht befolgt und somit erreicht kein Mitarbeiter seine produktive Höchstform. Agiles Management befolgt nur einfache, aber wirksame Regeln, die die Effizienz und die Effektivität aller Beteiligten optimieren.

Die Spieler

In einem agilen Team gibt es nur drei Rollen. Der Coach hilft und berät das Team in der Befolgung agiler Arbeitsweisen und unterstützt, wenn sich Hindernisse in den Weg stellen. Der Produktverantwortliche kennt seine Nutzer und die übrigen Stakeholder. Er sammelt die Erwartungen an ein Produkt, gewichtet diese und kommuniziert sie an die Entwickler. Die bis zu neun Entwickler des Teams wiederum arbeiten an einer Lösung und deren Umsetzung. Ein agiles Team ist mit bis zu elf Teammitgliedernschlank und somit in der Lage, sich schnell auf Veränderungen einzustellen.

Arbeitsabläufe

Obwohl die Umgebung und die Gewerke eine erhebliche Komplexität aufweisen können, sind die Arbeitsabläufe agiler Teams bewusst einfach gehalten. Dies verhindert zusätzliche Komplikationen und erleichtert die Fokussierung auf die eigentliche Arbeit. Kurze Arbeitsschritte von bis zu einem Monat helfen bei der Fokussierung und stellen eine stete Überprüfung der Ziele und des Erreichten sicher. Definierte und strukturierte Meetings sichern eine zielführende Nutzung der verfügbaren Ressourcen. Vielfältige weitere Werkzeuge, wie zum Beispiel Kanban (eine Methode zur Produktionsprozesssteuerung), ergänzen das agile System und bieten neuartige Möglichkeiten der Arbeit.

Skalierung

Agile Methoden können für ein kleines Team bis hin zu einem ganzen Unternehmen frei skaliert und den jeweiligen Bedürfnissen angepasst werden. Ebenso können sie mit klassischem Projektmanagement kombiniert und gewinnbringend in Linientätigkeiten integriert werden.

Status quo?

Agiles Management steht nie still und entwickelt sich rasant weiter. Ein integrierter, kontinuierlicher Verbesserungsprozess hilft, stets auf der Höhe der Zeit zu sein. Die Notwendigkeiten von Managern, Mitarbeitern, Kunden und Organisationen schieben die Entwicklung weiter an, sodass die Entwicklung der agilen Arbeitsmethoden noch nicht abgeschlossen ist. Zertifizierungen nach Scrum, PMI Agile oder PRINCE2 Agile bieten für agile Teams ausgereifte und anerkannte Konzepte. SAFe (Scaled Agile Framework),LeSS (Large Scale Scrum) oder das erwähnte Spotify-Modell bieten Ansätze der Skalierung. Gerade im Feld der verteilten Teams und in der Einarbeitung neuer Kollaborationsverfahren gibt es dank der technischen Entwicklung noch immer neue Möglichkeiten.

Zukunftsaussichten

Mit der fortschreitenden Digitalisierung werden auch mehr und mehr Arbeitsbereiche im schnellen Schritt der Informationstechnologie voranschreiten. Um nicht abgehängt zu werden, sondern aktiv mit voranzuschreiten, wird sich die Aus- und Weiterbildung mit dem Thema künftig intensiver beschäftigen. Die Entwicklung in der Industrie 4.0 erfordert agiles Knowhow. Sind Sie bereit für Agil 4.0?

Eine gesamte Broschüre zu den Themen Industrie 4.0 und Agil 4.0 können Sie hier herunterladen.
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Dennis Kopp ist Experte für agiles Management und Projektmanagement. Als Freelancer arbeitet er aktiv als Berater, Trainer und Coach und gestaltet den Wandel der Industrie 4.0 mit.

www.denniskopp.de
Agiles Arbeiten in der Industrie 4.0

Die Zukunft des Projektmanagements
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