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Übergang in die Ausbildung: Wie Betriebe den Einstieg erleichtern können
Lesedauer: 3 Minuten
Nicht allen jungen Menschen gelingt nach der Schule der direkte Einstieg in eine Ausbildung. Jährlich beginnen mehr als eine Viertelmillion eine Maßnahme im sogenannten Übergangssektor. Doch viele von ihnen sind einer Ausbildung näher, als ihr bisheriger Weg zunächst vermuten lässt.

Eine aktuelle Publikation der Bertelsmann Stiftung und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung zeigt, was junge Menschen am Übergang von der Schule in die Ausbildung brauchen – und welche Rolle Ausbildungsbetriebe dabei spielen können.

Viele junge Menschen könnten früher in Ausbildung starten

Die Angebote des Übergangssektors sollen jungen Menschen helfen, sich beruflich zu orientieren, Kompetenzen zu erwerben oder fehlende Voraussetzungen für eine Ausbildung nachzuholen. Dennoch gelingt nur etwa zwei Dritteln innerhalb von drei Jahren der Übergang in eine vollqualifizierende Ausbildung.

Gleichzeitig schätzen Fachkräfte im Übergangssektor, dass ein Viertel der jungen Menschen sofort eine Ausbildung beginnen könnte. Ein weiteres Drittel könnte mit entsprechender Begleitung starten.

Die Zahlen zeigen: Der direkte Einstieg scheitert nicht immer an fehlendem Potenzial. Gezielte Unterstützung kann einen entscheidenden Unterschied machen.
Drei Perspektiven – eine zentrale Botschaft: Verlässlichkeit

Für die Publikation wurden Leitungen, Fachkräfte und junge Menschen zu ihren Erfahrungen im Übergangssektor befragt. Trotz ihrer unterschiedlichen Perspektiven zieht sich eine Erkenntnis durch die Gespräche: Verlässliche und kontinuierliche Begleitung spielt eine zentrale Rolle.

Leitungen kritisieren fehlende durchgängige Zuständigkeiten. Fachkräfte berichten, dass Zeit- und Personalmangel den Aufbau tragfähiger Beziehungen erschweren. Junge Menschen wünschen sich feste Ansprechpersonen, die sie kennen und über längere Zeit begleiten.

Eine Formulierung aus den Gesprächen bringt diesen Wunsch besonders anschaulich auf den Punkt: Junge Menschen möchten sich „nicht ständig neu erklären müssen“.
Der Wunsch nach Kontinuität endet dabei nicht mit dem Ausbildungsstart. Auch das Ankommen im Betrieb braucht Orientierung und Begleitung.

Der Ausbildungsstart ist selbst ein Übergang

Mit dem Wechsel in die Arbeitswelt kommen neue Anforderungen auf junge Menschen zu: feste Arbeitszeiten, Schichtsysteme und neue Verantwortung können zunächst ungewohnt sein.

Gleichzeitig berichten Fachkräfte von Betrieben, deren Anforderungen für manche junge Menschen im Übergangssektor nur schwer zu erfüllen sind. Die Publikation plädiert deshalb dafür, Betriebe stärker in die Gestaltung von Übergängen einzubeziehen und sie dabei zu unterstützen, auch junge Menschen mit höherem Begleitbedarf erfolgreich auszubilden.

Konkrete Ansatzpunkte für Ausbilder/-innen:

1. Praxiserfahrungen ermöglichen:
Gute Praktika helfen jungen Menschen, Berufe und betriebliche Abläufe realistisch kennenzulernen. Gleichzeitig können Betriebe Bewerber/-innen im Arbeitsalltag erleben und ihre Potenziale besser einschätzen.

2. Anforderungen realistisch gestalten:
Anforderungsprofile sollten berücksichtigen, dass Schulabgänger/-innen am Beginn ihres Berufswegs stehen. Realistische Erwartungen können Zugangsbarrieren senken.

3. Potenziale in den Blick nehmen:
Potenzialorientierte Auswahlverfahren berücksichtigen Persönlichkeit, Interessen und Entwicklungsmöglichkeiten – Aspekte, die in Noten und Lebensläufen nicht immer sichtbar werden.

4. Feste Bezugspersonen benennen:
Gerade in den ersten Wochen und Monaten hilft es, wenn Auszubildende wissen, an wen sie sich mit Fragen und Unsicherheiten wenden können. Wechselnde Zuständigkeiten können die Orientierung zusätzlich erschweren.

Fazit

Ausbilder/-innen können die strukturellen Probleme des Übergangssektors nicht lösen. Aber sie können Orientierung und Verlässlichkeit schaffen und jungen Menschen die Chance geben, sich im Betrieb zu entwickeln.
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