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Lies mit Taps!

Taps ist im Druck

Endlich sind die "Lies mit Taps!"-Hefte im Druck. Nach monatelanger Arbeit an den Heften wird nun alles zu Papier gebracht. Wie so viele der vorangegangenen Schritte ist aber auch das natürlich wieder ein komplexer, vielschichtiger Prozess. Den möchten wir euch nun präsentieren.

Bevor es losgeht: Ausschießen und Plattenbelichtung
Streng genommen gehört das sogenannte Ausschießen noch zur Vorstufe. Die legt die Heftseiten auf großen Druckbögen an, ehe die Daten an die Druckerei gehen. Dabei werden mehrere Heftseiten auf Vorder- und Rückseite eines großen Bogens angeordnet. Im Falle eines A4-Heftes sind das in der Regel 16 Seiten, die platziert werden, bei A5 sind es schon 32 Seiten.

Die Seiten werden dabei in einer ganz bestimmten Reihenfolge hinterlegt, denn sind die Seiten auf den Druckbogen gedruckt, geht es damit zur Falzmaschine. Die faltet den Bogen einige Male. Wenn die Seiten richtig angelegt wurden, sind sie im Anschluss in der richtigen Reihenfolge.

Nachfolgend ein Beispiel dafür, wie 16 DIN A4-Seiten auf einem Druckbogen (ca. 84,0 cm x 59,4 cm), Vorder- und Rückseite, für den Druck einer Klammerheftung platziert werden. Es ist zu beachten, dass die Anordnung sich je nach Bindeart unterscheidet!
Liegen die Druckbögen vor, geht es damit zuerst zur Plattenbelichtung. Hierbei werden die Informationen, welche Farbe an welche Stelle gedruckt wird, auf beschichtete Platten gebracht. Im Vierfarbdruck werden vier Platten benötigt: Cyan (Blau), Magenta (Rot), Yellow (Gelb) und Black (Schwarz).

Jede Platte beinhaltet durch die Belichtung die Information, wie stark der jeweilige Farbton an welcher Stelle gedruckt werden muss. Auf der Druckplatte liegen die druckenden und nicht druckenden Stellen auf einer Ebene. Die belichteten Bereiche auf der Druckplatte nehmen die Farbe im Druckwerk an, nichtdruckende Bereiche stoßen die Farbe wiederum ab. Die Besonderheit des Offsetdrucks ist es, dass die Farbe von der Platte erst auf ein Gummituch und dann auf das Papier übertragen wird. Der Offsetdruck ist daher ein indirektes Druckverfahren (englisch offset = Versatz, bedeutet versetzt drucken).

Der Offsetdruck (Flachdruck)
Jede belichtete Platte wird in einem Druckwerk mit der jeweiligen Farbe eingespannt. Druckbögen entsprechend der o. g. Größe werden in hohem Tempo in die Maschine gezogen und durchlaufen alle vier Druckwerke bzw. bei einer 8-Farb-Druckmaschine alle acht Druckwerke mit einer Wendung in der Maschine. Der Bogen wird nach den ersten vier Farben mechanisch umgedreht, damit die Rückseite sofort bedruckt werden kann. Der Drucker spricht hier von Schöndruck (Druck der Vorderseite) und Widerdruck (Druck der Rückseite).

Was am anderen Ende aus der Maschine herauskommt, ist ein fertiger Druckbogen, doppelseitig bedruckt. Dieser durchläuft dann noch eine Qualitätskontrolle. Dabei wird geprüft, ob die Farben alle korrekt dargestellt sind, ob alles am richtigen Platz ist und so aussieht, wie in der digitalen Vorlage.
Das Papier wird in die Maschine gezogen und durchläuft acht Druckwerke: Vier zum Bedrucken einer Seite, weitere vier für die andere.
Das Druckwerk für die gelbe Farbe.
So sieht ein fertig gedruckter Druckbogen mit 16 Heftseiten je Papierseite aus. Es folgt die Qualitätskontrolle.
Parallel dazu entsteht auch der Umschlag.

Die Falzmaschine

Nachdem die Heftseiten für "Lies mit Taps!" den Druck durchlaufen haben, liegen uns Druckbögen á 32 Seiten vor. Aber die lassen sich natürlich noch nicht im Unterricht einsetzen. Um damit weiter arbeiten zu können, geht es nun zur Falzmaschine. Da Taps noch im Druck ist, schauen wir uns den Prozess anhand anderer Hefte an:

Auch hier durchlaufen die Bögen in hohem Tempo einen Prozess, bei dem sie immer weiter gefaltet werden (der Buchbinder spricht hier von "falzen") – bis sie schlussendlich im richtigen Format als ein Stapel aus der Maschine herauskommen. Ein Greifarm verlegt mehrere dieser gefalzten Druckbögen auf eine Palette. Von hier aus geht's weiter zum Hefter. Wir nähern uns dem fertigen Heft.
Die bedruckten Bögen liegen auf einem großen Stapel vor und werden in die Falzmaschine gezogen.
Hier werden sie gefaltet, sodass die Seiten als Stapel in der richtigen Reihenfolge aus der Maschine kommen.

Der Hefter

Nachdem die Falzmaschine den Druckbogen richtig gefalzt hat, geht der Hefter ans Werk: Die jeweiligen Seiten werden nun ineinander gelegt. Dazu durchlaufen die einzelnen Bögen, nun gefalzt, die Maschine. Ein erster Bogen landet darunter auf einer Schiene und wird weitergeführt bis an der nächsten Station der nächste Bogen mit den weiteren Seiten oben drauf landet. Je nach Umfang des Heftes geht das solange weiter, bis die Seiten komplett sind.

Zum Schluss wird das Cover um den Inhalt gelegt. Dann werden drei Klammern durch den Rücken geheftet, damit die Seiten zusammen halten. Abschließend wird das Heft an drei Seiten auf Endformat beschnitten. Das Heft ist somit fertig zur Verwendung.

Am Beispiel von WELT DER ZAHL sieht man hier, wie die Umschläge auf die Cover gelegt werden. Rechts laufen sie in den Hefter und erhalten die Heftklammern, die das Heft zusammenhalten.
Im Anschluss wird das Heft von drei Seiten beschnitten.

Der Abschluss

Die Hefte sind fertiggestellt. Damit sie nun vernünftig ausgeliefert werden können und dabei gut geschützt sind, werden sie noch zu je 20 Stück zusammengefügt und eingeschweißt.
Die Hefte werden hier zu 20 Stück zusammengebunden, um vernünftig transportiert werden zu können.
Jetzt wartet die volle Palette darauf, ans Lager geliefert zu werden.
Auch Taps ist in Kürze auf dem Weg ins Lager – seid dabei, wenn wir eure Bestellungen abarbeiten.
Illustrationen: Antje Hagemann