Denken bleibt Pflicht: Lernen mit KI ohne Skill Skipping
| Termin | 28.10.2026, 15:00 - 16:30 Uhr |
| Referenten/Referentinnen | Christian Löhlein |
| Region | Alle Bundesländer |
| Kontakt | |
| Ort |
Virtuelle Veranstaltung |
| Preis | 40,00 € |
Generative KI verändert nicht nur die Art, wie Unterricht vorbereitet wird. Sie verändert auch, wie Schüler/-innen schreiben, recherchieren, argumentieren, Probleme lösen und Ergebnisse präsentieren. Dabei entsteht eine zentrale Herausforderung: Ein Produkt kann überzeugend wirken, obwohl die dafür notwendigen Kompetenzen kaum oder gar nicht aufgebaut wurden. Dieses Phänomen wird als „Skill Skipping“ bezeichnet.
Im Workshop wird gezeigt, wie solche didaktischen Abkürzungen frühzeitig erkannt und gezielt verhindert werden können. Im Mittelpunkt steht kein Verbot von KI, sondern eine klare pädagogische Steuerung: Zuerst wird festgelegt, welche Kompetenz aufgebaut werden soll. Anschließend wird entschieden, welche Rolle die KI im Lernprozess übernehmen darf und welche Denkhandlungen zwingend bei den Lernenden verbleiben müssen.
Dazu wird ein praxistaugliches Drei-Phasen-Modell erarbeitet. Es verbindet KI-freie Phasen zum Aufbau von Vorwissen und Kernkompetenzen mit KI-unterstützten Phasen für Fragen, Hinweise und Feedback sowie KI-reflektierten Phasen, in denen Ergebnisse geprüft, bewertet und begründet werden.
Die Teilnehmer/-innen analysieren eine eigene Unterrichtsaufgabe, identifizieren mögliche Skill-Skipping-Risiken und entwickeln daraus eine lernwirksame Neufassung. Zusätzlich entsteht ein Lernprompt, der die KI als Coach, Tutor oder kritisches Gegenüber einsetzt, ohne fertige Lösungen vorwegzunehmen.
Am Ende des Workshops liegen drei unmittelbar nutzbare Ergebnisse vor:
- eine vollständig überarbeitete und direkt einsetzbare Unterrichtsaufgabe
- ein lernwirksamer KI-Prompt mit klaren didaktischen Leitplanken
- ein kompaktes Prüfraster, mit dem weitere Aufgaben schnell auf Skill-Skipping-Risiken untersucht werden können
Konkreter Nutzen für die Teilnehmer/-innen
Die Teilnehmer/-innen gewinnen Sicherheit bei der Frage, wann KI das Lernen unterstützt und wann sie notwendige Denkprozesse ersetzt. Sie erhalten ein einfaches Planungsmodell, das unabhängig von Schulart, Fach und verwendetem KI-System eingesetzt werden kann. Dadurch lassen sich Aufgaben schneller, klarer und lernwirksamer gestalten.
Gleichzeitig wird sichtbar, welche Leistungen tatsächlich von den Schüler/-innen erbracht wurden. Dies erleichtert die Lernbegleitung, schafft eine bessere Grundlage für Feedback und stärkt die Nachvollziehbarkeit von Lern- und Leistungsprozessen.
Inhalte
- Begriff und Erscheinungsformen des Skill Skippings
- Unterschied zwischen einem überzeugenden Produkt und tatsächlich erworbener Kompetenz
- typische Skill-Skipping-Risiken in Unterrichtsaufgaben
- Analyse von Auftrag, Denkhandlung, KI-Aktion und Lernprodukt
- Drei-Phasen-Modell: KI-frei, KI-unterstützt und KI-reflektiert
- Auswahl geeigneter KI-Rollen für unterschiedliche Lernziele
- KI als Coach, Tutor, Feedbackgeber oder kritisches Gegenüber
- Entwicklung von Lernprompts statt reiner Produktionsprompts
- Formulierung sinnvoller Grenzen und Guardrails
- Sicherung von Eigenleistung und Lernprozess
- Überarbeitung einer eigenen Unterrichtsaufgabe
- kollegiales Feedback und Qualitätsprüfung
- konkreter Transfer in die eigene Unterrichtspraxis
An wen richtet sich die Fortbildung?
Es sind keine besonderen KI-Vorkenntnisse erforderlich. Benötigt werden ein internetfähiges Notebook oder Tablet sowie der Zugang zu einem generativen KI-System. Für die Arbeitsphasen sollte eine konkrete Unterrichtsaufgabe mitgebracht werden, die analysiert und überarbeitet werden kann. Bei einer Online-Durchführung werden eine stabile Internetverbindung, Mikrofon und Kamera empfohlen.
Der Referent
Christian Löhlein ist Realschullehrer in Bayern mit den Fächern Deutsch und Geschichte. Er ist engagierter Bildungsexperte und leidenschaftlicher Befürworter digitaler Lernwerkzeuge in der modernen Pädagogik. Sein Fokus liegt auf der Vermittlung und Anwendung innovativer Technologien im Bildungsbereich, insbesondere auf der Nutzung von iPads im Unterricht. Durch seine Workshops unterstützt er Lehrkräfte dabei, digitale Werkzeuge wie iWork, Augmented Reality, KI und Grundlagen des iPad-Einsatzes effektiv im Klassenzimmer zu integrieren. Seine Leidenschaft ist es, Lernen und Technologie zu verbinden, um inspirierende Bildungserlebnisse zu schaffen.
Bildquelle: Canva@KI_generiert_anastasia