Downloaden Sie hier die Konzepterläuterung zur Reihe:


Aktuelle Situation im Einzelhandel:
Der Einzelhandel sieht sich gegenwärtig wegen verschiedener Entwicklungen einer schwierigen Situation gegenüber:
  • Die Lage von vielen Unternehmen im Einzelhandel hat sich stark verändert. Sie werden immer stärker angegriffen durch verschiedene Formen des E-Commerce, die sich über das Internet an Kunden wenden. Der stationäre Handel kann dabei zwei Strategien verfolgen:
    1. Er geht  selber im Rahmen einer Omni-Channel-Strategie in den Onlinehandel d. h.: er baut einen eigenen Shop auf.
    2. Er wehrt sich durch den Einsatz moderner innovativer Informationstechnologien in Unternehmensbereichen wie Verkauf und Warenpräsentation. Diese Anwendung von Computertechnik im weitesten Sinne in den Verkaufsräumen wird auch „digitaler Handel“ genannt.
  • Die Zusammenhänge in Einzelhandelsunternehmen werden immer komplexer und unübersichtlicher: Dort  finden zum Teil vollkommen unterschiedliche, sehr komplexe  Geschäftsprozesse statt, die aber vielfältig miteinander vernetzt sind. Arbeitnehmer müssen also über ein angemessenes Systemdenken verfügen.  
  • Einzelhandelsunternehmen haben eine immer größere gesellschaftliche Verantwortung im Hinblick auf Nachhaltigkeit und beachten interkultureller Besonderheiten. Auch dies stellt Unternehmen vor große Herausforderungen.
Mit diesen Entwicklungen müssen sich die Einzelhandelsunternehmen umfassend auseinandersetzen, wenn sie weiterhin auf den Märkten auftreten wollen. Gerade wegen der schwierigen Situation des Einzelhandels sind die Unternehmen immer mehr auf Arbeitnehmer angewiesen, die über eine umfassende Handlungskompetenz auf einem hohen Niveau verfügen.
Für die berufliche, aber auch private Lebenstüchtigkeit in unserer immer vernetzteren Welt muss daher bei zukünftigen Arbeitnehmern im Einzelhandel ein Systemverständnis und eine Handlungskompetenz in komplexen Systemzusammenhängen geschaffen werden. Die Lernenden  müssen immer mehr über ein  Systemverständnis des handelsbetrieblichen Geschehens und dessen erfolgsorientierte betriebswirtschaftliche Steuerung verfügen.
 
 
Unsere Lösung:
Vor diesem Hintergrund wollen wir mit der Schulbuchreihe Einzelhandel 4.0  einerseits das erforderliche hohe Niveau in diesem Ausbildungsberuf halten und gleichzeitig die dafür notwendigen Kompetenzen verständlich und nachvollziehbar vermitteln.
Eine unserer Maßnahmen dazu  ist die Anwendung von Elementen des Sprachkonzepts der einfachen  Sprache.
Dies sind Maßnahmen, die
  • auf leichte Verständlichkeit zielen,
  • komplizierte Sprachelemente vermeiden,
  •  trotzdem einen normalen Spracheindruck machen.
Entscheidender Punkt dabei ist jedoch, dass hier es zu keinen Veränderungen der Inhalte kommt.
Wir legen zudem allergrößten Wert auf Lesefreundlichkeit und ein die Lernprozesse unterstützendes Design:
  • 2-Spalten-Druck hilft nach wissenschaftlichen  Untersuchungen nachweislich, Informationstexte besser zu erfassen.
  • Die Kapitel sind in einer größeren Schrift als üblich gesetzt.
Wo immer möglich werden Inhalte  durch Graphiken, Karikaturen oder Fotos veranschaulicht und visualisiert.
Um die Verständlichkeit der Texte zu erhöhen,  erfolgt eine systematische Bebilderung.
Die übersichtliche Gestaltung der Kapitel, die ausführlichen Erläuterungen der Fachbegriffe, die leicht verständliche Textformulierung und die vielen Beispiele und Abbildungen veranschaulichen die Inhalte ganz besonders, sodass das Lernen wesentlich erleichtert wird.
Das umfangreiche Sachwortverzeichnis am Schluss des Buches soll dem schnellen und gezielten Auffinden wichtiger Inhalte dienen.
Wir haben uns bewusst für zwei Modellunternehmen entschieden:
  • Hauptsächlich  ist dies ein Textileinzelhändler, die Tom Hoss KG   (mit den Verkaufsformen Bedienung und Vorwahl).
  • Daneben gibt es noch eine Filiale, die Lemi AG (Selbstbedienung).
Vom Sortiment her  finden sich zumindest als Konsumenten alle Schülerinnen und Schüler weitgehend dort wieder.

 
Kapitelaufbau:
Die einzelnen Kapitel dieses umfassenden und verständlichen Schulbuchs sind einheitlich gegliedert:
  1. Einstieg: Jedes Kapitel beginnt mit einer anschaulichen Fallschilderung oder Darstellung, die auf eine Problemstellung des Kapitels hinweist. Die Lernsituationen sind herausfordernd, aber nicht überfordernd.
  2. Einordnung des Themas: Diese Textsorte fördert den Lernzuwachs, indem sie für die Lernenden Transparenz schafft über die Struktur und die Bedeutung der folgenden Inhalte. Ein Advance Organizer stellt für die Schülerinnen und Schüler  zunächst  anschaulich dar, welche Themenbereiche und inhaltlichen Schritte in diesem Kapitel behandelt werden. Die Lernenden werden auch informiert, wo im Lernfeld  die Thematik angesiedelt ist. Ihnen wird auch verdeutlicht, über welche Kompetenzen sie nach Bearbeitung des jeweiligen Kapitels verfügen sollten.
  3. Information: Es schließt sich ein ausführlicher Informationsteil mit einer großen Anzahl von Beispielen und weiteren Veranschaulichungen an.
  4. Aufgaben: Damit die Schülerinnen und Schüler einen großen Lernzuwachs erzielen, müssen die Kapitel nicht nur leicht verständlich sein. Die Lernenden müssen auch Gelegenheit bekommen, das Gelernte über eine Anwendung auch langfristig zu verankern. Wir bieten daher viele Aufgaben an. Diese dienen einerseits der selbstständigen Erschließung des Textes, sollen andererseits das Gelernte vertiefen. Vor allem aber sollen sie Grundlagen zum Erwerb der beruflich geforderten Handlungskompetenz legen. Andere Aufgaben sollen durch Anwendung wichtiger Lern-, Arbeits- und Präsentationstechniken im Zusammenhang mit dem behandelten Thema Methodenkompetenzen und die Fähigkeit zum Selbstmanagement vermitteln und konsequent einüben.
  5. Zusammenfassung: Am Kapitelende werden die wesentlichen Lerninhalte in Form einer farblich hervorgehobenen Übersicht zusammengefasst. Die Übersicht eignet sich sehr gut zur Wiederholung des Gelernten. Mit Bearbeitung durch spezielle Aufgabentypen sollen diese Post-Organizer  zusammenfassend langfristiges Behalten sichern.
  6. Ich überprüfe meine neu erworbenen Kompetenzen: Am Ende eines Kapitels bekommen die    Schülerinnen und Schüler einen klaren Überblick über ihren aktuellen Lernstand.

 
Förderung der Handlungskompetenzen:
Unser Ziel, ein möglichst hohes fachliches Niveau mit größtmöglicher Verständlichkeit zu erreichen, wird durch weitere mediale Unterstützung erreicht:
Das Arbeitsbuch zu diesem Schulbuch enthält Handlungssituationen, die auf die Durchführung eines handlungsorientierten Unterrichts ausgerichtet sind. Die Bearbeitung der Aufgaben im Arbeitsbuch ermöglicht einen Unterricht, der sich an vollständigen Handlungen ausrichtet:Als Ausgangspunkt haben wir Handlungssituationen konzipiert, die für die Berufsausübung im Einzelhandel bedeutsam sind. Daraus ergeben sich Handlungen, die gedanklich nachvollzogen oder möglichst selbst ausgeführt werden müssen (Lernen durch Handeln). Der Unterrichtsverlauf und die Lerninhalte sind an die Struktur der jeweiligen Handlungssituation angelehnt. Die Schülerinnen und Schüler sollen zunächst ihr weiteres Vorgehen bei der Bearbeitung selbstständig planen, bevor sie die erforderlichen Handlungen aufgrund der eigenen Planung ebenfalls in eigener Verantwortung durchführen und kontrollieren – soweit dies aufgrund der jeweiligen Klassensituation möglich ist.

Bei der Konzipierung der Lernsituationen wurde Wert darauf gelegt, dass darin eine Problemstellung (Handlungssituation) enthalten ist, die einen klaren Bezug zu einer oder mehreren typischen beruflichen Handlungssituation(en) aufweist. Wir haben darauf geachtet, dass die Handlungsaufgaben, die zur Problemlösung bearbeitet werden sollen, eine ausreichend hohe, aber nicht überfordernde Komplexität aufweisen. Im Rahmen der ersten Handlungsaufgabe jeder Lernsituation erfolgt zunächst eine Reflexion und Erarbeitung der Problemstellung und die Planung des weiteren Vorgehens zum Lösen der aufgeworfenen Probleme. Diese erste Handlungsaufgabe sollte daher im Klassenverband gemeinsam bearbeitet werden. Zur Problemlösung müssen mithilfe des Lehrbuchs zunächst theoretische Lerninhalte erarbeitet werden. Die darauf aufbauende Problemlösung führt zu einem Handlungsprodukt. Dies ist das geistige oder materielle Ergebnis des Unterrichts. Daran kann der Erfolg des individuellen Lösungsweges gemessen werden. Es kann Folgendes kontrolliert werden:
  • Ist die anfängliche Problemstellung erfolgreich gelöst worden?
  • Welche Fehler (z. B. Informationsdefizite) waren die Ursachen für ein unzureichendes  Handlungsprodukt?
In jeder Lernsituation finden die Lernenden auch eine Aufgabe, die sie beim Aufbau eines Glossars unterstützt. Die Arbeit mit einer solchen Art Wörterbuch  ist für die selbstständige Arbeit der Schülerinnen  und Schüler im Fach sehr bedeutend: Sie versehen individuelle, für sie schwierige Fachbegriffe mit einer Erklärung.
Nach Durcharbeiten der Lernsituationen sollte Zeit eingeplant werden für Übungs-, Anwendungs- und Transferphasen, in denen das neu erworbene Wissen reorganisiert und gesichert werden kann. Im Rahmen der Vertiefungs- und Anwendungsaufgaben zu vielen Handlungssituationen haben wir derartige Übungs- und Wiederholungsaufgaben konzipiert. Darüber hinaus werden in den Vertiefungs- und Anwendungsaufgaben auch Inhalte bearbeitet, die aufgrund der Wahrung des Handlungsstrangs der Lernsituation nicht im Rahmen der Handlungsaufgaben bearbeitet werden konnten.
 

Einbezug von Bildung 4.0-Medien:
Zur Buchreihe Einzelhandel 4.0 stellen wir unterschiedliche Arten von Bildung 4.0-Produkten (Filme, Erklär-Videos, Scribble-Videos, Lernquizze) für eine Erhöhung des Lernzuwachses bei den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung:
  • Filmvideos
    Videoclips bringen Realität in den Unterricht.  In Kombination mit dem Schulbuch Einzelhandel 4.0  können mit ihnen  Sachverhalte besser erklärt werden. Für die Arbeit mit den Videos werden Arbeitsblätter und Lösungen zur Verfügung gestellt.
  • Erklärvideos
    Erklärvideos dienen ergänzend zum Schulbuch Einzelhandel 4.0 durch Anwendung multimedialer Visualisierungen der besseren Nachvollziehbarkeit abstrakter Inhalte.
  • Scribble-Videos
    Scribble-Videos  erläutern den Lernenden auf einem weiteren Lernweg – z.B. mit Mitteln der Animation und des Storytellings – abstrakte Konzepte und Zusammenhänge.
  • Spielbasierte Quizze
    Spielbasierte Quizze dienen der spielerischen Wiederholung von Inhalten einzelner oder mehrerer Kapitel:
    • Die Fragen werden mittels Beamer an der Wand präsentiert.
    • Die Lernenden  antworten mit ihren mobilen Endgeräten.
    • Der Lehrer wertet aus.
  • Weitere Materialien sind in Vorbereitung
Februar 2019 – Das Autorenteam