Praxis Philosophie und Ethik Gefühle und Moral Ausgabe Dezember Heft 6 / 2015
| Artikelnummer | 23761506 |
| Schulfach | Ethik, Philosophie |
| Klassenstufe | 5. Schuljahr bis 13. Schuljahr |
| Abmessung | 29,7 x 21,0 cm |
| Hersteller | Westermann Bildungsmedien Verlag GmbH, Georg-Westermann-Allee 66, 38104 Braunschweig, Deutschland, E-Mail: service@westermann.de |
Auch wenn Kant der Meinung war, Gefühle spielten in der Moral nur eine Rolle als „Triebfeder“ und das eigentliche Urteilen müsse der Vernunft überlassen bleiben, sind heute die meisten Moralphilosophen anderer Ansicht. Die unverkennbare „Renaissance der Gefühle“ in der Moraltheorie stützt sich dabei auch auf Ergebnisse der Hirnforschung – Stichwort „Spiegelneuronen“ – und auf neuere Untersuchungen der empirischen Moralforschung. Entsprechend widmet sich ein Beitrag des Hefts der Frage, wie Ergebnisse der Hirnforschung gefühlsethische Ansätze stärken können. Übungen und Texterschließungen spüren dem Zusammenhang von Gehirn, Gefühl und Moral nach.
Im Zentrum des Hefts stehen klassische und aktuelle Ansätze moral-sense-basierter Fundierungen von Moral – von David Hume und Adam Smith über Arthur Schopenhauer bis zu Zygmunt Bauman – die die Schülerinnen und Schüler erschließen, vergleichen, bewerten und auf konkrete Anwendungsfälle moralischer Konflikte beziehen. Aber für sie, die einen weitgehend rational-orientierten Unterricht gewohnt sind, versteht sich die Beschäftigung mit Gefühlen durchaus nicht von selbst. Mehrere Beiträge versuchen daher mit unterschiedlichen Zugängen – literarisch-narrativen, spielerischen, theaterpädagogischen, kreativ-übenden –, für die Welt der Gefühle zu sensibilisieren, den Wortschatz der Affekte zu erschließen und die moralischen Gefühle derart zu strukturieren, dass ihre Funktion als moralischer Kompass erkennbar wird.
Trotz aller Aufwertung der Gefühle bleibt die Moral aber letztlich in der Zwickmühle von Vernunft und Gefühl. Ein letzter Beitrag widmet sich daher der grundlegenden Problematik einer ausschließlich gefühlsorientierten Moral am Beispiel verehrter Verbrecher, Schurken und Ganoven. Der Beitrag prüft deren Handlungsmotive kritisch und versucht eine ebensolche Einschätzung von Vernunft und Gefühlen auf ihre Bedeutung für das moralische Urteil über Handlungen.
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