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Förderheft "Auf jeden Fall leichter"

Förderheft "Auf jeden Fall leichter"
Ursula Emanuel/ 13.01.2022

Liebe LUPE-Freunde,
ich heiße Ursula Emanuel, bin Grundschullehrerin in Niedersachsen und seit über 20 Jahren in der Lehrerausbildung, also in der Uni und im Studienseminar, tätig. Da bleiben nur wenige Stunden für echten Unterricht übrig, aber diese sind mir wichtig! Zurzeit unterrichte ich eine 4. Klasse, die ich seit der 1. Klasse kenne, in – na klar – Deutsch. Als ich gefragt wurde, ob ich einen Gastbeitrag für den LUPE-Blog schreiben möchte, habe ich gerne zugesagt.

Meine Aufgabe ist es, das Förderheft „Auf jeden Fall leichter“ vorzustellen, an dem ich mitgearbeitet habe. Ich denke, dass ich ganz einfach versuchen werde, eure wichtigsten Fragen zu beantworten. Die Probeseiten in diesem Beitrag sind aus dem PASSWORT LUPE Arbeitsheft 2 Fördern.


1. Für welche Schüler und Schülerinnen sind die Hefte entwickelt?
Gedacht sind sie für Schülerinnen und Schüler, denen das Lernen schwerer fällt. Wir denken also an Kinder, die Unterstützung beim Erfassen von Aufgaben- und Problemstellungen brauchen. Wir bieten dafür eine klar strukturierte Übersichtlichkeit auf den Seiten, Beispiellösungen, verkürzte Texte und (Vor-)Entlastungen der Aufgaben. So wollen wir erreichen, dass alle Schülerinnen und Schüler sich das Lösen der Aufgaben zutrauen, Erfolge erzielen und somit erfolgreich lernen können.


2. Wie kann mit den Heften gearbeitet werden?
Das Förderkonzept für die Arbeitshefte „Auf jeden Fall leichter“ ist zielgleich ausgerichtet. Um ein inklusives Lernen zu ermöglichen, ist es auch seitengleich angelegt. Alle Kinder der Lerngruppe lernen die gleichen Themen mit gleichen Aufgabenformaten, nur eben vereinfacht im Zugang und fokussiert auf das Wesentliche. Allen Kindern sollte es somit möglich sein, den geforderten Lernzuwachs im gemeinsamen Unterricht zu erreichen.

3. Was kennzeichnet die Förderhefte?
Hier möchte ich einige Beispiele benennen: Wenn es z.B. darum geht, Wörter zu verlängern um die Auslautverhärtung zu ermitteln, müssen die meisten Schülerinnen und Schüler beide Formen, also Mund und -> Münder selbst ins Heft schreiben.


Im Förderheft dagegen werden die Wortbilder angeboten, wobei der hörbargemachte Laut eingekreist ist. Zunächst muss also passend verbunden werden, die Minibilder helfen beim Lesen. Die Verlängerung von Adjektiven über die Nominalgruppe „ein gutes Spiel“ wird ebenso entlastet: Sie wird vorgegeben, muss aber zugeordnet werden. Erst im letzten Schritt wird das Verlängern an der Nomengruppe selbst schreibend vollzogen – auch entlastet, denn nur das verlängerte Adjektiv ist in die Nomengruppe einzufügen.

Im Kompetenzbereich „Texte schreiben“ geht es in der 2. Klasse z.B. darum, Rätsel zu schreiben. Während das Arbeitsheft schon im Einstieg dazu auffordert, selbst ein Rätsel zu schreiben (in Anlehnung an das Sprachbuch), müssen die Kinder im Förderheft nur Worte ihrer Wahl ergänzen. Sie erreichen somit zwar auch einen fertigen Text, dieser ist aber entlastet von Schreibarbeit; die nötigen Satzstrukturen „Es ist..“, „Man hat ..“ werden jedoch vorgegeben und prägen sich ein. Und ein 4. Beispiel zur optischen Klarheit: Das gesamte Wortmaterial ist , um besser lesbar zu sein, niemals in Bildern integriert, also stets horizontal ausgerichtet Zuordnungsaufgaben sind so angelegt, dass sie überschaubar bleiben, Wörter sind insbesondere in der 2. Klasse häufig mit Minibildern visualisiert, der Schriftsatz ist klarer, Textumbrüche werden zunächst vermieden, Bezüge der Aufgaben werden klar dargestellt. Und zuletzt: Im Förderheft wird fast ausnahmslos mit Anforderungsbereich I begonnen. Zusätzliche Hinweise vereinfachen und erinnern an bereits Gelerntes, optisch ähnelnd dem regulären Heft. 
4. Und was ist gleich?
Neben den Inhalten und den zu fördernden Kompetenzen sind fast alle Aufgabenformate gleich. Das Layout der Seiten ist immer ähnlich. Die Kennzeichnung von
Anforderungsbereichen ist identisch.

5. Welches Ziel verfolgt die Konzeption?
Unser Ziel ist es, dass auch mit dem Förderheft so weit wie möglich selbstständig gearbeitet werden kann und dass die Resultate für alle SuS als gleichwertig wahrgenommen werden.Vermieden haben wir das Auslassen von Lernschritten, jedoch überwiegen Aufgabenstellungen aus den Anforderungsbereichen I und II. In einigen Kapiteln finden sich am Ende jedoch auch Aufgaben, die herausfordernd sind. Für die zu förderndenKompetenzen werden somit gezielte und strukturierte Lerm- und Übungsangebote gemacht, die es ermöglichen, auch lernschwächeren oder unsicheren Kindern ein erfolgreiches und freudvolles Lernen zu ermöglichen.

So, ich hoffe, dass ich die wichtigsten Fragen beantworten konnte und ihr neugierig seid, die Hefte im Unterricht auszuprobieren. Ich jedenfalls hätte mindestens zwei Kinder, denen so ein Heft gut „passen“ würde.

Liebe Grüße, 
Ursula Emanuel