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Rechtschreibstrategien
Marie-Claire / 30.06.2022

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

heute möchte ich euch zeigen, wie ich im Alltag im ersten Schuljahr mit den Rechtschreibstrategien umgehe und wie man auch im 2. bis 4. Schuljahr damit arbeiten kann.

Das Ziel von Rechtschreibarbeit in der Grundschule sollte die Automatisierung der Strategien beim Schreiben (im besten Fall eigener Texte) sein. Das erreichen wir mit unseren Schülerinnen und Schülern allerdings nicht, wenn wir unseren Rechtschreibunterricht isoliert durchführen. Eine stetige Wiederholung bzw. Einbindung der Strategien in unseren Alltag bzw. in unseren Deutschunterricht, kann unsere Kinder letztlich zum Ziel bringen – das belegen auch neue wissenschaftliche Untersuchungen. Wiederum setzt uns das im ersten Moment zeitlich stark unter Druck, denn wir müssen noch alle anderen Inhalte in unseren Deutschunterricht packen. Wie könnte nun ein recht entspannter Weg aussehen, ohne zeitlichen Druck und Mehraufwand?

Ich für meinen Teil habe meinen Weg gefunden. Manchmal plane ich ein paar Minuten Rechtschreibzeit ein, manchmal kommt es ganz spontan auf. Wichtig ist letztlich über Rechtschreibung zu sprechen und Kindern neues Wortmaterial und neue Kontexte anzubieten. Und da Rechtschreibung alle Bereiche des Deutschunterrichts durchzieht, passt es eigentlich immer oder meistens.

Im ersten Schuljahr in der LUPE Fibel werden alle Strategien bereits auf den „Unter der LUPE“-Seiten angebahnt, welche dann ab Klasse 2 wiederholt und vertieft werden. Am Ende der Fibel haben also alle Kinder die Strategien kennengelernt und an verschiedenem Wortmaterial ausprobiert. Um den Kindern die Strategien und deren Anwendbarkeit auf möglichst viele Wörter und Situationen zu ermöglichen, plane ich häufig ein paar Minuten ein und biete den Kindern prototypisches, aber unbekanntes Wortmaterial an, woran sie ihr Wissen nochmal wiederholen und erweitern können. Je mehr Strategien die Kinder kennen, desto mehr lässt sich auch erproben. Beispielweise müssen die Kinder Silben schwingen, Kerne markieren und überlegen, ob der erste Kern kurz oder lang ist.

Oder sie müssen die Wörter zu Bildern schreiben und überprüfen sich mit Silben schwingen, Kerne markieren und der Schiebewortprobe zur Großschreibung.

Vor kurzem haben wir uns mit Wortfamilien/Wortstamm und vorangestellten Wortbausteinen beschäftigt. Eine Strategie, die wir in vielen Situationen anwenden können. Häufig fragen die Kinder beim Schreiben ja auch, wie ein Wort geschrieben wird und dann erinnere ich oftmals daran, dass uns verwandte Wörter helfen können.

Und wer kennt es nicht, dass das ein oder andere Kind ganz schnell mit einer Aufgabe oder einem Arbeitsblatt fertig ist. Dann gebe ich dazu oftmals auch kleine Rechtschreibaufgaben, wie: Finde die Nomen im Satz. Markiere die Satzanfänge und Punkte. Schwinge die Silben und markiere die Kerne. Finde dazu verwandte Wörter. Und so weiter…

Man kann nicht erwarten, dass alle Kinder direkt ein gewisses Rechtschreibgespür entwickeln, aber wenn wir es mit ihnen nicht immer wieder üben und sie nicht an Strategiewissen erinnern, ist das natürlich auch nicht förderlich. Somit nehme ich mir einfach die 5-10 Minuten mehrmals in der Woche oder nutze Situationen aus dem Unterrichtskontext. Daraus entstehen oft wirklich effiziente Rechtschreibgespräche und die Kinder helfen sich immer mehr gegenseitig. Es sind kleine Entwicklungsschritte, aber es sind Schritte in Richtung Ziel, das wir am Ende der Grundschulzeit erreichen wollen.

So kann man auch im 2. bis 4. Schuljahr verfahren. Situationen ergeben sich immer mehr ganz spontan und selbstverständlich kann man auch Aufgaben in die Freiarbeit einbauen, wie beispielsweise eine Art „Wörter unter die Lupe nehmen“. Dazu eignen sich die Wörterschatzkisten ganz super und in den Methodenseiten finden die Kinder eine Anleitung, wie sie Wörter untersuchen können. Das kann dann auch ganz nebenbei laufen, wenn ein Kind mit seinen Arbeitsaufträgen fertig ist. Oder man gibt eine bestimmte Zeit am Anfang oder Ende der Stunde vor. Wie es eben passt. So kann man den Kindern mehrere Angebote zum selbstständigen Arbeiten machen, die einen am Ende zeitlich nicht aufhalten.
Wer die Grundwortschatzkartei oder das LUPE Wörterbuch nutzt, kann auch daraus Wortmaterial nutzen und Strategiewissen an neuem Wortmaterial erproben. Mittlerweile gibt es für Klasse 2 auch das BiBox Erweiterungsmodul Rechtschreibtraining Klasse 2, was man auch sehr gut etablieren kann. Dafür muss man sich anfangs etwas Zeit nehmen, danach ist es ein Selbstläufer. Somit sollte die Rechtschreibarbeit euch zeitlich auch nicht weiter belasten und ihr könnt sie einbauen, wie es zeitlich passt.
Ich wünsche euch ganz viel Spaß bei der Rechtschreibarbeit mit LUPE.

Liebe Grüße

Marie-Claire