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Silbe und Morphem
Sarina / 04.08.2022

Liebe LUPE-Freunde,

heute möchte ich euch etwas über Morpheme erzählen und wie sie uns und die Kinder unserer Klasse im Rechtschreibunterricht bereits ab Klasse 1 wesentlich unterstützen. Wir fange ganz vorne an mit der Frage: Was ist ein Morphem?
Ein Morphem ist die kleinste bedeutungstragende Einheit der Sprache und wird immer gleich geschrieben. Das Stamm-Morphem trägt die Hauptbedeutung eines Wortes, wie in: Verkauf.
Davor oder danach stehen oft Vorsilben (Präfixe) oder Endungen (Suffixe): abkaufen, kauft.
Soweit so gut – die Kinder erkennen, dass es in Wörtern bestimmte Teile gibt, die sich verändern (Vorsilben und Endungen) und Teile die immer gleich bleiben (Stamm). Gerade in Klasse 1 spreche ich in diesem Zusammenhang lediglich von Bausteinen, aus denen die Wörter gebaut sind.

Vielleicht ist euch schon aufgefallen, dass wir in PASSWORT LUPE kein „Ableitungs-Symbol“ (oft dargestellt durch einen Blitz) aufgeführt haben. Das liegt daran, dass etwas ableiten nichts anderes bedeutet, als das morphematische Prinzip anzuwenden. In PASSWORT LUPE wird diese Rechtschreibstrategie durch das Symbol Morphem angezeigt. 
Wir untersuchen das Wort Dächer. Die meisten Schreibanfänger werden überlegen, ob man ein ä oder ein e verschriftlicht – viele werden zunächst auch gar nicht darüber nachdenken, sondern intuitiv schreiben, was sie hören, also das e. Ich präsentiere den Kindern dann das verwandte Wort Dach und wenn sie nun überlegen wie man Dächer schreibt, dann schlussfolgern sie automatisch, dass das a zu einem ä wird. In meiner ersten Klasse bezeichne ich es gerne so, dass das a sich durch „Zauberpünktchen“ in ein ä verwandelt – das merken sich die Kinder immer sehr gut. Ich markiere dann in beiden Wörtern den Stamm, also: Dächer – Dach.

Denn es ist wichtig, dass die Kinder verstehen, dass diese Rechtschreibstrategie nur funktioniert, wenn man ein verwandtes Wort (also mit dem gleichen Wortstamm) heranzieht. Ich nutze dabei wie gesagt nicht den Begriff Wortstamm, sondern spreche lediglich von einem verwandten Wort. Dieses Prinzip sollte dann mit mehreren weiteren Beispielwörtern ausprobiert und später geübt werden. Bei Problemstellen wie dem äu in Häuser funktioniert es dann ebenso. Die Unter der „Lupe-Seite“ in der Fibel veranschaulicht das oben erläuterte Vorgehen sehr gut und mit ihr lässt sich die Thematik prima einführen. Dass Wörter aus mehreren Bausteinen bestehen, erfahren die Kinder dann auf der folgenden „Unter der Lupe“ -Seite, indem sie durch das Wechseln einer Vorsilbe die Bedeutung des Wortes verändern können: anbauen, aufbauen, umbauen usw.
Mit Hilfe dieses Wissens können die Kinder dann später auch Rückschlüsse über Merkstellen ziehen. So wird klar, dass beispielsweise in Wörtern mit der Vorsilbe ver- oder vor- IMMER ein v verschriftlicht wird. Die Kinder lernen somit nicht jedes einzelne Wort mit diesen Vorsilben als Merkwort kennen, sondern sie lernen vielmehr, dass es Bausteine gibt, die ver- und vor- heißen und diese Bausteine werden immer gleich geschrieben, egal welches Wort daraus gebildet wird. Eine entsprechende „Unter der Lupe“-Seite ist auch hierfür in der Fibel vorgesehen.
Ich hoffe euch hat der kleine Einblick in die Thematik der Morpheme gefallen und ihr konntet einige Ideen und Hinweise für den eigenen Unterricht mitnehmen.

Sommerliche Grüße,
Sarina