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Buchstabenseiten
Marie Claire / 29.07.2021
Liebe LUPE-Freunde,

in der letzten Woche habe ich euch bereits erklärt, wie ich mit der PASSWORT LUPE Fibel einen Buchstaben einführe. Heute möchte ich euch erläutern, wie ich mit den Buchstabenseiten in der Fibel umgehe.

Ein großer Vorteil der Buchstabenseiten ist die ritualisierte Struktur. Die Doppelseite besteht immer aus einer Kopfzeile (Buchstabe, Anlautbilder, Lautgebärden, ggf. Ganzwörter), der Vorentlastung (unten links), den dreifachdifferenzierten Lesetexten, den Verständnisfragen (rechts unten in grauer Schrift) und der Randspalte (rechts).
Die einzelnen Bestandteile werden in dem Kommentar für Lehrerinnen und Lehrern sehr gut erläutert. Auf den ersten Blick denkt man: Da ist ziemlich viel los! Aber hat man sich einmal damit beschäftigt und kennt die Möglichkeiten der einzelnen Elemente, ist man schnell dankbar dafür.
Natürlich werden die Buchstabenseiten von Kapitel zu Kapitel immer komplexer. Da wir euch aber von Anfang an in eurer Arbeit unterstützen wollen, zeige ich euch heute, wie ich mit den Buchstabenseiten des ersten Kapitels arbeiten werde.Im letzten Beitrag habe ich euch bereits erzählt, dass ich nach der Buchstabeneinführung an Stationen die Buchstabenseiten in der Fibel erarbeite. 
Anfangs kann man dort Wörter zum neuen Buchstaben sammeln und auch die Verständnisfragen gemeinsam besprechen. Richtig los geht es ab dem zweiten Buchstaben Uu, denn da findet ihr unter anderem die Leserutsche in der Vorentlastung und die Randspalte zusätzlich zu den Verständnisfragen. Außerdem werden als Ganzwörter die beiden LUPE Kindernamen wiederholt und damit auch der Silbendruck eingeführt.

Die Leserutsche zählt auf den ersten Buchstabenseiten, gekoppelt mit den ersten Ganzwörtern und lesbaren Wörtern, zur Vorentlastung. Die findet ihr immer im unteren Bereich der linken Seite. Das kann man super zu Beginn der Arbeit mit der Buchstabenseite nutzen. Leseschwächere Kinder üben dabei das Zusammenschleifen der Buchstaben/Laute und erarbeiten sich nach und nach einen Sichtwortschatz. Wie der Name schon sagt, soll dieser Bereich im Vorhinein „vorentlasten“, also vorbereiten um sich dann im zweiten Schritt mit den Lesetexten zu beschäftigen. Die Wörter beziehen sich auf den Lesetext der linken Seite (Lesestufe 1). Das bringt auch sprachwachen Kindern ganz viel, die gewisse Wörter inhaltlich noch nicht kennen und somit dann ihren Wortschatz erweitern können. So können alle gut vorbereitet den Text der Lesestufe 1 lesen und auch verstehen.
Im Verlauf des Kapitels bzw. der Kapitel findet ihr auf der linken Seite den Fibeltext auf Lesestufe 1 und rechts auf Lesestufe 2. Die Verständnisfragen rechts unten in grauer Schrift befinden sich außerhalb der Progression auf Lesestufe 3. Diese sind nicht verpflichtend, aber als Differenzierung nach oben nutzbar, können natürlich auch von euch selbst vorgelesen werden. So kann man jedem Kind etwas auf seinem Niveau anbieten. Deutlich wird das ab dem 4. Buchstaben (Aa). Lesestufe 1 ist zusätzlich durchgehend silbisch gedruckt, was leseschwächere Kinder unterstützt. Außerdem unterscheiden sich die Texte durch die Länge und die Komplexität der Wörter von Lesestufe 2.

Aber wie geht man nun mit den unterschiedlichen Lesestufen im Unterricht um? Zumal wir erstmal herausfinden müssen, wie sich die Kinder im Leselernprozess entwickeln… Dafür habe ich mir die Arbeit mit den Buchstabenseiten des ersten Kapitels etwas strukturiert.

1. Wir schauen uns die Illustrationen der Buchstabenseiten an und ich lasse die Kinder frei erzählen. Dadurch wiederholen wir Wörter, die den neuen Buchstaben enthalten und entdecken, was passiert und worum es geht und aktivieren unser Vorwissen.

2. Wir bereiten uns im Bereich der Vorentlastung vor. Wir üben das Zusammenschleifen mit der Leserutsche, die auch als Kopiervorlage und in der BiBox als interaktives Tafelbild zusätzlich für das Erlesen der Wörter genutzt werden kann. Vielleicht kennt ihr das Prinzip der Leserutsche bereits. Die Kinder starten oben beim Buchstaben, beispielsweise Ll, und rutschen lautierend mit dem Finger zum unteren Buchstaben, beispielsweise Uu: Lllllllllllluuuuuu. Buchstaben/Laute können beliebig ausgetauscht bzw. gesetzt werden. Weiterhin können Namen (ab Aa) und Personen auf den Bildern auch zugeordnet werden.

3. Wir lesen gemeinsam den Text auf Lesestufe 1. So langsam stellt sich die Lesefertigkeit der Kinder heraus und man kann erkennen, welche Kinder weiter in die Lesestufe 2 rutschen können und wer auf Lesestufe 1 bleiben sollte. Mit den Kindern der Lesestufe 1 übe ich den linken Lesetext als Gruppe. Kinder auf Lesestufe 2 können dann in Einzelarbeit den rechten Text erlesen. Die Methode des Lese-Tandems führe ich etwas später ein. Dazu wird es einen eigenen Blogbeitrag geben.
4. Gemeinsam kommen wir wieder zusammen und der Lesetext auf Lesestufe 2 wird vorgetragen. Leseschwächere Kinder können anfangs noch zuhören und im weiteren Verlauf der Fibel an die Lesestufe 2 langsam herangeführt werden ohne sie zu überfordern. Damit gibt man ein bisschen mehr Zeit für den Leselernprozess und setzt keinen unter Druck.

5. Als Nächstes besprechen wir die Verständnisfragen unten rechts. Die beziehen sich anfangs auch auf die Illustrationen. Die erste Frage bezieht sich immer auf den Lesetext Lesestufe 1 und kann also auch von den leseschwächeren Kindern beantwortet werden. Die zweite Frage bezieht sich dann auf den Text auf Lesestufe 2. Die dritte Frage ermöglicht es alle Kinder einzubinden, da sie Meinungen, eigene Erfahrungen, eine Aufgabe o.Ä. erfordert.

6. Zum Schluss bearbeiten wir die passenden Aufgaben im Arbeitsheft im Unterricht als Festigung oder je nach Zeitfenster auch als Hausaufgabe. Zusatzfutter bieten auch immer die Kopiervorlagen an. Alle Materialien sind wiederum differenziert (eingefärbte Fußspuren), so dass ich hier auch jedem Kind etwas auf seinem Niveau anbieten kann. Super finde ich auch die binnendifferenzierten Aufgaben, die alle Kinder bearbeiten können. Die erkennt ihr an der weiß ausgefüllten Aufgabennummerierung. Auf der Umschlagsklappe im Arbeitsheft findet ihr eine Übersicht der binnendifferenzierten Aufgabenformate. So könnt ihr mit den Kindern schauen, welches Aufgabenformat sich hier als Differenzierung anbietet.
Auf jeder Buchstabendoppelseite findet ihr rechts noch die Randspalte. Die thematisiere ich nicht noch zusätzlich in der „Lesestunde“. Zeitlich würde das den Rahmen sprengen, da sie mehrere Funktionen hat. Wie man damit sinnvoll arbeiten kann, erklären wir euch selbstverständlich in einem extra Blogbeitrag.

Ich empfehle euch auf jeden Fall den Blick in den Kommentar für Lehrerinnen und Lehrer zur Fibel (S. 48-52). Dort findet ihr auch eine Tabelle mit den Sprachregeln der einzelnen Lesestufen in den jeweiligen Kapiteln. Das macht die Unterschiede der einzelnen Lesestufen sehr transparent und begründet die Differenzierung auch für den eigenen Unterricht.

Ich wünsche euch ganz viel Spaß bei der Arbeit mit den Buchstabendoppelseiten und hoffe, dass ich euch mit diesem Beitrag in eurer Vorbereitung ein wenig unter die Arme greifen kann.

Sonnige Grüße aus Koblenz
Eure Marie-Claire